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Einmal Emu, blutig bitte.
Nach dem 4-wöchigen Verdauungsgang der ebenso famosen wie köstliche Schlachtplatte Berlin und dem ausgefallenen Trainingsspiel gegen die belgische Nationalmannschaft gingen die Rheinland Lions am 12.06.10 wieder bis auf die Knochen runtergehungert auf die Jagd. Da Emus als Tagesgericht gewünscht waren, legte sich das unfassbar gut aussehende Team um Chefcoach Neal Harris in Ehrenfeld unter dem Colonius auf die Pirsch. Den Berichten der Deutschen Jagdzeitung war zu entnehmen, dass Emus neben sattem Grün schattige Weideplätze bevorzugen, womit sie in Köln unter dem mächtigen T-Tower wohl am ehesten anzutreffen sein würden. Und siehe da: immerhin 12 teilweise gut genährte Exemplare fanden sich in der Tat passend zur Mittagszeit für eine kurze Rast ein und wurden ohne große Umschweife direkt zum Duell verhaftet: AFLG – Rheinland Lions vs. Stuttgart Emus.
Die Stuttgarter befinden sich gerade in der schwierigen zweiten Spielzeit in der höchsten deutschen Spielklasse. Umso respektabler der unerschöpfliche (Über-)Mut, sich den Lions in den Weg zur 4. Deutschen Meisterschaft in Folge zu stellen. Zu allem Übel auch noch vom Verletzungs- oder keine-Zeit-keine-Lust-auf-Footy Pech gebeutelt wurde die bestgekleidete Mannschaft der Liga (Fan O-Ton: „die haben so schöne Ringelstutzen“) in Rob-Cannon-Manier von 5 starken, gebürtigen Lions unterstützt: Tim Paul Bade, Lucas Licht, Mike Barry, Tim Steinke und Jan Wessels, der unter familiärer Beobachtung einen besonders hohen Anspruch an sich und seinen Astralkörper stellte, liefen und kämpften sich die Lunge und die Seele für die Stuttgarter aus dem Leib. Hut ab für soviel Objektivität, die sowohl den neuen Teams wie Stuttgart als auch der gesamten Liga unglaublich weiter hilft!
Dass die Lions den Emus keine Waschlappen zur Unterstützung gegeben haben, zeigen die Tatsachen, dass a) Lucas der gesamten Lions Hintermannschaft in einem unaufmerksamen Moment das Licht ausgeknipst hat und das Ei seelenruhig im Lionstor und – wie er nachher mit tränenerstickter Stimme zugab – doch ein stückweit im eigenen Herzen versenkte. Jedoch verstand es seine reizende Lebensabschnittsgefährtin Katharina? aus Berlin (wie groß ist eigentlich ihre Wohnung?) ihn standesgemäß wieder herzurichten und b) dass in der Half Forward Line die zentrale Position am wenigsten begehrt war – aber Hand aufs Herz: wer zieht schon freiwillig gegen Mike Barry in den Kampf?
In den Reihen der Lions wurde im Vorfeld der Wayne-Rooney-Bluff ersatzweise mit Luke McBride ausprobiert, von dem es zunächst hieß, er hätte sich vor lauter Vorfreude auf die Meat Pies des australischen Bäckers aus Stuttgart einen Reizdarm zugelegt, der ich Tag und Nacht ans Klo fesselt. Völlig ausgelaugt, aber eigentlich selbstverständlich stand McRheinland dann doch sogar in der Startformation. Ebenso wie die beiden Rookies Niklas und Alex, die sich im Training unumgänglich aufgedrängt hatten. Das restliche Line Up las sich wie gewohnt wie das who is who der deutschen Footy Szene: das mit Nationalspielern gespickte Grundgerüst wurde lediglich an fünf Stellen durch exzellente australische Auswahlspieler und den Quoten-Elfmeter-Verschießer (= Engländer) ergänzt. Und jetzt erzähl mir mal einer, welche andere deutsche Footy Mannschaft mit dieser Quote annähernd konkurrieren kann..?!?! Oder man stelle sich mal vor, das mouth´sche, beidfüssige (und das als Dreibeiner) Energiebündel Matty O. hätte noch die Zeit gefunden, sich in die Packs zu werfen... ‚Apocalypse Now’ hätte neu verfilmt werden müssen.
Am Ende erwiesen sich die Lions ironischer Weise etwas zäher als die lederhäutigen Crocodiles 4 Wochen zuvor, was ihnen einen respektablen Endstand von 24.15.159 zu 2.2.14 bescherte. Wie schon erwähnt zeichnete sich Lucas Licht für ein Tor der Gegner verantwortlich und hätte Gero Rosenthal im Vorfeld mehr effektive Skills wie den einfachen Kick aus 10 Metern anstelle der publikumswirksamen Skills wie seinem Speccy trainiert, wäre eine durchaus beeindruckende Konstanz in der Leistung dieses – ich weiß nicht, ob es schon erwähnt wurde – fabelhaft aussehenden, jungen, dynamischen Teams zu sehen.
Symptomatisch für den Spielverlauf schoss der in der Half Back Line startende Neal Harris bereits nach 3 Minuten den Treffer zum 12:0 für die Lions. Hoch motiviert und mindestens ebenso konzentriert gingen die Rheinländer hoch, runter, rein und raus, ließen dabei den Ball geschickt zirkulieren und schafften es sogar, ein gutes Verhältnis zwischen Toren und Behinds herzustellen, dass am Ende des ersten Quartals für den 44:0 Zwischenstand sorgte. Erwähnenswert an dieser Stelle ist das wohl schnellste Tor eines Einwechselspielers durch Pete Wiens, der mit Trainingsrückstand von der Bank kam und innerhalb von 3 Sekunden seinen famosen Torriecher unter Beweis stellte, indem er mit dem ersten Ballkontakt die Vorlage von Big-Big-Al über die Linie drückte. Der Junge scheint nach einer gefühlt ewigen Verletzungsmisere immer besser in Form zu kommen und blüht in der Forwardline förmlich auf.
Im zweiten Quarter setzten die Lions noch einen drauf, so dass es zur Halbzeit 99:7 stand. Bemerkenswert gut funktionierte die von Coach Harris propagierte Wechseltaktik, die jedem Spieler ein ausreichendes Maß an Spielzeit garantierte.
Die magische 200-Punkte-Marke vor Augen stürmten die Lions unter dem tosenden Jubel der Rheinland Ultras nach der Halbzeitpause – in der Nina für einen Gaumenschmaus zu sorgen wusste – aufs Spielfeld, vergaßen jedoch anständig Footy zu spielen. Mit nur zwei Treffern in diesem Quarter gelang dem Harris-Team ein negativ Rekord und das im Premiership Quarter, dem ansonsten stärksten Quarter der Lions. Es bleibt zu hoffen, dass dies eine Ausnahmeerscheinung bleibt.
Mit 7 Goals und 2 Behinds schlossen die Lions dann das letzte Quarter so ab, wie sie das erste begonnen hatten und sorgten für einen standesgemäßen Endstand.
Einzelkritik:
Ant Garland. Unfassbar wie der Junge nach seiner Verletzung wieder im Saft steht, Bälle fordert und Bumps verteilt. Verletzte sich leider am Sprunggelenk, woraufhin er sich immerhin 2 Minuten Auszeit gönnte, um anschließend für seine obligatorischen 2 Tore zu sorgen.
Big-Big-Alex. In seinem ersten Spiel von Beginn an zeigte Al eine gute Präsenz und wusste Mitspieler geschickt in Szene zu setzen. Kam selber leider nicht zum Torerfolg, was größtenteils auf die ungenauen Pässe seiner Mitspieler zurückzuführen ist. Mit ihm haben wir wahrscheinlich einen Nachfolger für Claude Love gefunden: hit him at his chest!
Gero Rosenthal. Speccy – noch Fragen? Ansonsten ungemein schnell und mit viel Druck auf die Verteidigung, der ihm 2 weitere Tore in seine schier endlosen Karriere einbrachte. Sollte dennoch an seiner Sprungkraft arbeiten, um die äußerst präzisen Wiens-Zuspiele fangen zu können.
Tom Odenthal. Getreu dem Motto Geben ist seliger denn selbst schießen zeigte sich unser Skipper für 5 Assists verantwortlich, erzielte über dies dennoch 2 Tore. Seine Mannschaftsdienlichkeit wird ihm am Ende wahrscheinlich die teaminterne Torjägerkanone kosten, was Tom jedoch nicht mehr als ein charmantes Lächeln abringt.
Andi Grünstern. Pures Dynamit! Explodiert in Ballnähe – wo er sich aufgrund seines guten Stellungsspiels relativ häufig aufhält – und zieht unwiderstehlich in Richtung Tor.
Neal Harris. Enttäuscht werden nur die Leute sein, die auf seinen legendären rechten Außenristschuss gewettet haben: Neal Harris schießt ab jetzt mit Links! Zwar noch keine Tore, aber die werden sicher auch nicht mehr lang auf sich warten lassen.
Tobi Höfel. Gib mir den Ruck, gib mir den Center, ich mach alles. Und das auch noch richtig gut. Unfassbar große Lernprogression bei einem der beiden frisch gebackenen Abiturienten in unserem Team.
Consti Helmrath. Mark van Bommel wird sich einen neuen Titel suchen müssen: es gibt keinen waschechteren aggressiv Leader als Consti. Räumt im Mittelfeld auf bis alles sauber ist.
Dirka the Berserker. Brauchte aufgrund der starken Halfback-Mitspieler nicht großartig als Fullback zu glänzen. Wenn er jedoch gefordert wurde, war er da. Wünscht sich für die nächsten Spiele jedoch höherklassige Gegner, damit auch mal was durchkommt.
Knut Völkl. Ebenfalls ein gutes Spiel des zweiten Abiturienten. Wusste sich und andere geschickt in Szene zusetzen und kurbelte die Vermarktung des Jumpers mit seiner Nummer durch spektakuläre Aktionen zusätzlich an.
Big Al. Wie immer die Cruise Missile in der Luft. Frei nach dem Motto: Kein Ball dem Gegner. Stahl sich mit Tobi im Ruck gegenseitig die Show.
Luke McRheinland. Unfassbares Tor mit der Schlusssirene von der 50 Yards Linie. Präzise no-look Pässe in den Lauf, unermüdlicher Ballaufsammler mit seinen langen Armen.
Michael Eastham. Komplettiert das sagenhafte Rover-Team zusammen mit McRheinland. Ein Derwisch, der überall zu finden ist und mit feinen Skills zu beeindrucken weiß. Auch er ist auf den Geschmack des Toreschießens gekommen.
Marcus Kluger. Auch bei Ihm zeigt ist die Formkurve deutlich nach oben. Nach gefälligem Spiel für die Lions verstärkte er nach der Halftime die schwächelnden Emus.
Michi D. D. wie Dich seh ich nicht. Dass er dennoch 4 Tore zum Sieg beisteuern konnte, verdankt er seinem straighten Kick und seiner übermenschlichen Laufbereitschaft. Steht in der Luft bevor er die Bälle im Mittelfeld pflückt. Sollte sich angewöhnen, die Lions auf die Gästeliste seiner Partys zu setzen.
Tim Steinke. Präzise Kicks + Spritzigkeit + Spielverständnis = Tim S. Gutes Spiel des offensiven Allrounders. Leider spielte er für die Emus.
Marci Darci. Der Silent Assassin ist in dieser Spielzeit noch nicht richtig angekommen, allerdings war das heute ein guter Schritt in die richtige Richtung. Weiter so!
Pete Wiens. Wer schon immer wissen wollte, wie man Tore aus dem Nichts macht, sollte ihn anrufen. Trotz Trainingsrückstand hellwach und umsichtig, in den Handballs ausbaufähig, in der Torquote eine Legende.
Niklas Klasen. Zeigte abermals, warum er der Rookie of the Year werden kann. Das einzige, was ihn davon abhalten könnte ist eine Verletzung oder Schiebung in den höchsten Kreisen der AFLG! Bärenstarke Leistung. LIFT IT UP!!!
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