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Match Report: Crocs vs. Lions
Freitag, den 16. Juli 2010 um 00:00 Uhr

Lions in der Hauptstadt..

Ein nur 16 Mann starkes Löwenteam machte sich bei Temperaturen jenseits der 30 Grad Celsius auf in die Bundeshauptstadt, um die dort ansässigen Berlin Crocs zu einem heißen Tanz zu fordern. Bei gefühlten 40 Grad und tatsächlich gemessenen 38 Grad verbrannten sich die Löwen dabei jedoch gehörig ihre Pfoten und sollten daraus schleunigst ihre Konsequenzen für die Zukunft ziehen. Aber der Reihe nach. Durch zahlreiche Ausfälle geschwächt konnten die Berliner gleich zu Beginn ihre Gastfreundschaft beweisen, indem sie den Löwen zwei ihrer Spieler abstellten. Angesichts der hohen Temperaturen standen den Löwen so zumindest zwei Auswechselspieler zur Verfügung, während auf der Berliner Bank kein Krokodile mehr Platz gefunden hätte. Für die Berliner war das Spiel für den Verlauf der weiteren Saison enorm wichtig, weil nur ein Sieg ihre Chance auf die Teilnahme am Grand Final in der zweiten Septemberwoche in Berlin am Leben halten würde. Die Löwen hatten dagegen in den vergangenen Wochen mit einer schwachen Trainingsbeteiligung und halbherzigen Einsatz zu kämpfen, was möglicherweise in Zusammenhang mit der Fußball-WM gestanden haben könnte. Was sich dann allerdings im ersten Viertel ereignete, lässt sich mit Rob Cannons Credo: „Man spielt wie man trainiert“ zusammenfassen. Trotz unverkennbarer Bemühungen der Spieler scheiterten die Löwen daran, die wie entfesselte aufspielenden Berliner zu stoppen. Die Gegner konnten auf ihre kleinen, schnellen und beweglichen On-baller vertrauen, die stets ein Schritt schneller am Ball waren und durch Handballstafetten die Löwen nach allen Regeln der Kunst in der Mitte filetierten. Besonders unbefriedigend war zu beobachten, dass die Löwen zu wenig investierten, um den Ball vom Boden aufzuheben (auch an dieser Stelle sei Cannon zitiert: HARD AT THE FOOTY). Die Berliner merkten, dass für sie am heutigen Tag alles möglich war und ließen in ihren Aktionen keinen Zweifel an ihrem Willen, ihre Chancen auf das Grand Final zu wahren und sich für das Hinspieldebakel zu revanchieren. Die Löwen hingegen waren in vielen (entscheidenden) Momenten viel zu zögerlich und zaghaft und konnten der Berliner Härte und Verbissenheit nichts entgegensetzen. So standen am Ende des ersten Viertels die Löwen mit leeren Händen dar, während die Berliner mit ihren 22 Punkten bereits mehr Punkte erzielt hatten als im gesamten Hinspiel. Erschwerend kam hinzu, dass durch den verletzungsbedingten Ausfall von Matty the Mouth nach 5 Minuten und Dirka Berserka nach 10 Minuten zwei Schlüsselspieler fehlten, die mit ihrem Einsatzwillen und ihrer kämpferischen Leidenschaft jederzeit in der Lage sind, als Vorbilder voran zu schreiten und das Team so nach vorne zu pushen. Dem aufmerksamen Leser dürfte darüber hinaus aufgefallen sein, dass durch den Ausfall zweier Spieler die Löwen für die verbleibende Spielzeit auf keine Auswechselspieler mehr zurückgreifen konnten. Eine in jedem Fall ungünstige Situation, angesichts der Temperaturen und des bisherigen Spielverlaufs jedoch bedrohlich. Da aber kein Löwe gerne einen 600 km langen Weg auf sich nimmt, um dann vor Ort zerlegt zu werden, wurde das zweite Viertel mit einem lauten ROAR eingeläutet. Es gelang den Berlinern Paroli zu bieten und das Spiel ausgeglichener zu gestalten. Trotz der Leistungssteigerung nach dem ersten Viertel konnten die Löwen allerdings nur selten die gewohnte Dominanz ausüben. Es blieb schwer, die Berliner On-Baller zu stoppen, so dass die Hypothek des ersten Viertels nicht beglichen werden konnte und drei schwache Minuten am Ende des Viertels dafür sorgten, dass die Crocs mit einem guten Punktepolster in die Halbzeitpause gehen konnten. Das dritte Viertel verlief ähnlich wie das zweite, allerdings wurde deutlich, dass die Kräfte bei allen Löwen nachließen, während die Berliner dank ihrer Bank immer wieder ausgeruhte Spieler einwechseln konnten. Gerade am Ende des letzten Viertels, in dem die Berliner zahlreiche gute Chancen ausließen, Tore zu erzielen, konnten die Löwen nicht mehr viel entgegensetzen, so dass Berlin am Ende verdient vier Punkte verbuchen konnte. Herauszuheben aus einer insgesamt eher schwachen Leistung sind neben den üblichen Verdächtigen wie den anscheinend hitzeresistenten Luke und Mick, besonders Nik, Dave und Marcie, die zeigten, das trotz ungünstiger Bedingungen gute Leistungen möglich waren. Die Frage, ob es Zufall ist, dass genau diese Spieler zu denjenigen gehören, die sehr oft beim Training anzutreffen sind, muss jeder für sich beantworten.

 

Einzelkritik:

Gero:

War im ersten Viertel zum Zuschauen verdammt, da keine Bälle den Weg in die Forwardline fanden. Nach Dirkas Verletzung ein Fels in der Brandung im Fullback, hatte aber auch wirklich alles im Griff. War hart am Ball und am Gegenspieler, leider nahmen sich seine Teamkameraden selten ein Beispiel an ihm, „inspirational“.

Pete:

Die an einer Zehenverletzung laborierenden Spitze der Lions hatte Mühe und Not ins Spiel zu finden, was daran lag, dass so gut wie keine Bälle den Weg dorthin fanden. Alle Tore wurden aus der Halfforwardline erzielt. Konnte unter den Umständen nicht sein volles Potenzial abrufen.

Martin:

Turner ackerte und rackerte, doch die Berliner waren gut. Es war ein ordentliches Spiel ohne große Akzente des Halfforwardmanns. Muss deutlich auffälliger werden und in jedem Fall härter. Weiter hart arbeiten.

Glenn:           

Der wieder genesene Riese der Lions spielte fantastischen Football, war bei vielen Hitouts erster Sieger. Flog durchs Pack und war am Boden auch noch aktiv. Bot mit einer Handvoll anderen Lions eine gute bis sehr gute Leistung. Es ist großartig ihn in dieser Form wieder zu sehen. 

Tim S.: 

Tim fand nicht immer gut ins Spiel. Hätte viele Bälle haben können, aber verpasste es sich auf dem Flügel durch zusetzten. Seine Technik ist unnachahmlich, aber er muss jetzt endlich mal an seiner Härte arbeiten, um zum kompletten Spieler aufzusteigen. Höchste Zeit bei seiner Erfahrung.

Matty:           

Eigentlich braucht man kein Wort über seine Leistung verlieren, da nach 10 min Schluss war. Gute Besserung von allen Lions an das wirbellose Wiesel.

Luke: 

Schwebte über allen Spielern an diesem heißen Samstag. Mit geradezu unverschämter Leichtigkeit meisterte er alle Situationen spielend.  War immer präsent und mit Abstand der beste Löwe auf dem Feld. Darf nicht so sehr von seinen Mitspielern in die Pflicht genommen werden, besonders nicht bei solchen Temperaturen.

Marcie:        

Unglaublich wie sehr sich der Silent Assassin aufrieb. War einer der besten Spieler, sobald der Ball den Boden berührte. Vergaß alle Gefahren und opferte sich ein ums andere Mal für seine Kameraden auf, brachte außerdem den Ball gut nach vorne, spielte fast einen zweiten Center.

Frauwie:

Hatte sicherlich schon bessere Tage. Spielte nach langer Zeit mal wieder Footy, was man sah. Glänzte durch schlechtes Spielverständnis und ist nicht hart genug am Ball, aber bei dem Trainingsrückstand auch kein Wunder. Trotzdem Danke fürs Aushelfen.

Dave:

So haben wir den Australier noch nie gesehen. Als alles den Bach runter zu gehen schien, drehte Dave richtig auf. Zum ersten Mal so richtig in die Pflicht genommen zeigte er ein richtig gutes Spiel in dem er mit McBride den Ton angab. Super im Marken und sehr hart am Ball, weiter so. 

Lucas:

Sein Gegenspieler war ein richtig abgezockter Hund, nach anfänglichen Schwierigkeiten fand er später besser ins Spiel. Matty hätte ihn doch besser im Center einsetzen sollen.

Dirka: 

War eine Stütze in der Abwehr die auf einmal „wegbrach“. Leider ein viel zu frühes Ende, ansonsten hätte ich gern noch mehr gesehen.

Tim B.:

War gar nicht mal schlecht. Gab wie in den letzten Spielen alles. Das gefällt und leitete sogar eins von drei Toren ein. Tendenz gleichbleibend, aber die ist grad eh ganz weit oben. Weiter so. Spielt mit Herz.

Tobi:   

Unser Pferdeflüsterer hatte in Berlin nicht seinen besten Tag. Kam bei der Hitze leider vom Trap nicht in den Galopp und so war er oft zu spät und zögerlich am Ball. Die negative Erfahrung wird ihn sicher weiterbringen.

Mick E.:

Steht einfach für Konstanz. Alles was der Junge macht hat Hand und Fuß. Sehr dynamisch am Ball, eine super Übersicht und stark in der Luft. Fängt die wirklich wichtigen Bälle, ein starkes Spiel nach vorn. Stark!

Nick:  

Unglaubliches Laufpensum für das er Tribut zahlte, indem er auf den Rasen kotzte. War der laufstärkste Spieler auf dem Feld, kämpfte wie ein echter Löwe auf dem Boden. Leider mit kleinen Spielverständnisproblemen, aber sollte er die irgendwann ausmerzen wird er der beste Lion sein. Weiter, weiter, weiter!

 

Johannes/George:

Danke den Crocs fürs Aushelfen, sie knieten sich richtig rein und waren sicherlich noch unter den besseren Löwen an diesem Tag. Haben einen Platz im ersten Line-Up der Crocs verdient!

Torschützen: Dave Nolan 1, Luke McBride 1, Tim Steinke 1

 

Team:

FF:               Gero – Pete

HF:      Turner – Glenn – Tim S.

C:         Matty – Luke – Marcie

HB:      Frauwie – Dave – Lucas

FB:              Dirka – Tim B.

 

Onballers: Tobi, Mick E., Nick

 

Interchanges: Johannes (Croc), George (Croc)